Eine Reise auf dem Nil ist eine Reise durch die Zeit. Die Pyramiden, unzählige Tempel und eine große Anzahl von Gräbern haben sich auf beeindruckende Weise über Tausende von Jahren erhalten. Darüber hinaus hat die frühchristliche Zeit genauso wie die arabischen Eroberer ihre Spuren hinterlassen. Auch landschaftlich ist die Fahrt auf dem Nil reizvoll – man befindet sich in einem grünen Band inmitten der lebensfeindlichen Wüste.
Die Pyramiden und das GEM
Angrenzend an die Hauptstadt Kairo befindet sich das einzige noch exisiterende Weltwunder, das schon in der Antike als Weltwunder angesehen wurde: die Pyramiden von Gizeh. Die Pyramiden des Cheops, des Chephren und des Mykerinos sind mit bis zu 139 Metern Höhe die größen Pyramiden der Welt. Erbaut wurden sie von ca. 2560 bis 2490 v. Chr. in der 4. Dynastie des alten Reiches. Zur gleichen Zeit entstand auch die Sphinx als „Wächter“ der Chepren-Pyramide. In unmittelbarer Nähe der Pyramiden eröffnete am 1. November 2025 das GEM – das Grand Egyptian Museum. Hier wird unter anderem der Grabschatz von Tutanchamun ausgestellt.
Die Cheops-, Chephren- und Mykerinospyramide im Morgendunst, im Hintergrund liegt KairoEine Kante der Cheopspyramide, die Spitze der Chephrenpyramide im Hintergrund trägt noch die alte VerkleidungIn dieser Grube hinter der Cheopspyramide wurde die Sonnenbarke gefunden, die heut im GEM ausgestellt wirdDie Sphinx als Wächter der ChephrenpyramideWer hat der Sphinx die Nase abgeschlagen? Vermutlich war es ein fanatischer Scheich im 14. Jahrhundert.Kamele warten auf KundschaftDie Eingangshalle des Grand Egyptian Museums wird von Ramses II dominiertEin Teil des Grabschatzes von TutanchamunFür die Sonnenbarke des Cheops wurde eine eigene Halle errichtet
Koptisches und Muslimisches Kairo
Die christlichen Ägypter – ca. 10 % der Bevölkerung – werden meistens als Kopten bezeichnet. Eigentlich heißt „koptisch“ übersetzt „ägyptisch“, wobei viele Kopten neben der arabischen Sprache auch noch die altägyptische Sprache beherrschen. Viele alte Schriften sind sowohl auf arabisch als auch auf koptisch verfasst, die koptische Sprache wird dabei mit griechischen Buchstaben geschrieben. Im koptischen Viertel sind außer dem koptischen Museum einige Kirchen zu besichtigen, so auch eine Kirche, die über der Stelle gebaut wurde, an der die heilige Familie kurzzeitig bei ihrer Flucht aus Israel gewohnt hat. Im heutigen Ägypten dominieren der Isalm und die arabische Sprache. Kairo verfügt über zahlreiche Moscheen, so z.B. die berühmte Alabaster-Moschee von Pascha Mohammed Ali (erbaut 1824 – 1884). Die islamische Altstadt und die Basare muten an wie ein Besuch in 1001 Nacht.
Das koptische MuseumHinter solchen Erkern durften die Frauen durch Blicköffnungen nach draußen schauen – auf die Straße gehen durften sie nichtDie Kirche des heiligen Georg wurde auf den Resten eines römischen Wachturms erbautIn dieser Grotte soll die heilige Familie bei ihrer Flucht vor Herodes kurzzeitig gewohnt habenDie Abu-Sega-Kirche wurde über der Grotte der heiligen Familie erbautDie Zitadelle ist eine von Saladin Ende des 12. Jahrhunderts erbaute Festung, in der die Sultane der Mamelukenzeit und die osmanischen Paschas residiertenEin Schmuckstück in der Zitadelle: die Alabaster-Moschee, benannt nach der weißen Alabaster-VerkleidungAm Innenhof mit dem Brunnen und dem Uhrturm ist der französiche Einfluss sichtbarBeeindruckend: die Kuppel der Alabaster-MoscheeIn der Altstadt: die Al-Hakim-Moschee aus dem 10. JahrhundertEine Bazar-Straße im Khan el-Kalili
Am Nil zwischen Kairo und Luxor
Die meisten Kreuzfahrtschiffe verkehren auf dem Nil in Oberägypten zwischen Luxor und Assuan – bis zu 300 an der Zahl. Zwischen Kairo und Luxor sind es dagegen weniger als 10, weil das Wasser hier flacher ist und es weniger zu sehen gibt. Umso ruhiger ist die Fahrt, und es gibt z.B. mit Echnatons Hauptstadt Achet Aton oder dem Hathor-Tempel in Dendera durchaus lohnenswerte Ausflugsziele.
Das Kloster Deir Gabal Al-Tayr (Jungfrau Maria Kirche) war ein Aufenthaltsort der heiligen Familie in ÄgyptenDas Niltal bei Beni Hassan mit KreuzfahrtschiffDer Übergang zwischen dem grünen Niltal und der Wüste ist apruptDie Malereien in den Felsengräbern von Beni Hassan erzählen über das Leben vor 3700 bis 4000 JahrenViel ist von Echnatons Hauptstadt Achet Aton nicht übrig geblieben, weil seine Nachfolger alle Erinnerungen an den Aton-Kult tilgen wolltenAuf einem Relief in einem Grab sind Echnaton und seine Frau Nofretete unter dem Sonengott Aton zu erkennenDas „Rote Kloster“ bei Sohag stammt aus dem 4. JahrhundertDer Tempel von Abydos war dem Gott Osiris geweihtSehenswert ist der Hathor-Tempel in Dendera aus der ptolemäisch-römischen Zeit (ca. 125 v. Chr. – 60 n. Chr.) Gut erhaltene Reliefs zieren die Außenwand des TempelsDie Säulenhalle des Tempels von DenderaAufwändig bemalte Decken, u.a. mit dem TierkreisDiese Darstellung des Schöpfungsmythos war für Erich von Däniken der Beweis, dass die Ägypter schon Glühbiernen und Strom hatten
Luxor
In Luxor befand sich die alte Hauptstadt Theben wovon heute noch die großen Tempel von Karnak und der Amun-Tempel von Luxor künden. Am westlichen Ufer des Nils (Theben-West) liegt das Tal der Könige mit unzähligen Königsgräbern, von denen viele besichtigt werden können. Außerdem am Westufer des Nils liegt der Terassentempel der Hatschepsut, in dem 1997 bei einem Anschlag 62 Menschen getötet wurden.
Das Nilufer westlich von Luxor in der MorgensonneDer Eingang zum Tal der KönigeGut erhaltene Malereien im Grab von Ramses IVGötterbildnisse im Grab von Ramses IIIDarstellungen von Pharaonen bei Ramses IIIDeckenbilder im Grab von Sethos IDas Grab von Sethos I ist mit 137 Metern das längste Grab im Tal der KönigeDer Totentempel der Hatschepsut ist an den Felsen angebautEine Sphinx mit den angeblichen Gesichtszügen von Hatschepsut, eine der wenigen Frauen auf dem PharaonenthronPharaonenfiguren, die auch Hatschepsut darstellenDer Amun-Tempel in LuxorDer erste Pylon des Amun-Tempels von KarnakIm großen Säulensaal wirft ein Bösewicht in Agatha Christies „Tod auf dem Nil“ einen Felsblock von oben herunterObeliske im Tempel von Karnak
Am Nil zwischen Luxor und Assuan
Je weiter man nach Süden kommt, desto näher kommt die Wüste dem Nil. Südlich von Luxor reihen sich die Nilkreuzfahrtschiffe wie an einer Perlenschnur aneinander – dafür ist das Ufer teilweise sehr idyllisch anzusehen. Auch an Tempeln ist die Gegend reich gesegnet, so z.B. der Chnum Tempel in Esna, der Horus-Tempel in Edfu und der Sobek-Tempel in Kom Ombo.
Tuk-Tuks sind auch in Ägypten beliebtDer Chnum-Tempel in Esna liegt mehrere Meter unter dem heutigen Erdboden, große Teile des Areals sind noch von Wohnhäusern bedecktDie Säulenhalle hat die Zeit seit der Erbauung (ca. 180 v. Chr. – 250 n. Chr.) gut überstanden Deckenbemalung mit der Himmelsgöttin Nut, die sich mit ihrem langgestreckten Körper über die Erde wölbtZum Horus-Tempel in Edfu gelangt man mit einer Prozession von PferdekutschenPylon (Eingangstor) des Horus-TempelsDer Falkengott Horus als Hausherr des TempelsDer Nil südlich von EdfuBadezeit für die WasserbüffelZwischen Nil und Steinwüste passt hier nur knapp eine Straße und die EisenbahnAnlegestelle in Kom Ombo: aus Platzgründen legen hier acht Schiffe nebeneinander anDen Doppeltempel von Kom Ombo „teilen“ sich Horus und der Krokodilgott Sobek
Assuan und Abu Simbel
Bis Assuan ist der Nil schiffbar, dann kommen Stromschnellen (der 1. Katarakt) und zwei Staudämme. Zum weiter südlich gelegnen Abu Simbel gelangt man mit einer knapp vierstündigen Busfahrt. Die Tempel von Abu Simbel wurden in den 1960er Jahren um 180 Meter landeinwärts und 64 Meter nach oben versetzt, um der Überflutung duch den Nasser-Stausee zu entgehen. In Assuan selbst lohnt sich ein Besuch des Philae-Tempels, der nach dem Bau des Hochstaudamms von einer tiefer gelegenen Insel zum heutigen Standort versetzt wurde. Außerdem befindet sich in Assuan das berühmete Hotel Old Cataract, in dem Agatha Christie in den 1930er Jahren ihren Roman „Tod auf dem Nil“ geschrieben hat und in dem der Roman teilweise auch spielt.
Der Isis-Tempel von PhilaeDer unvollendete Trajan-Kiosk, davor ein Café mit Aussicht Etwas unspektakulär: Blick vom Hochstaudamm nach Norden (Richtung Assuan)Das Mausoleum von Aga Khan III,aus der Dynastie der ismailitischen/schiitischen FatimidenDas Old Cateract Hotel: unter dem Schriftzug „Old Cateract“ liegt die 175 m² große Suite, in der Agatha Christie „Tod auf dem Nil“ geschireben hatNilometer auf der Insel Elephantine – anhand des Wasserstandes konnten Überschwemmungen und Ernteerträge vorhergesagt werdenDer große Tempel von Abu Simbel – die vier Statuen zeigen Ramses II (auch Ramses der Große genannt)Auch die Säulen im großen Pfeilersaal stellen Ramses II darDie Wände im Hintergrund zeigen Reliefs von Kampfszenen Hier hat sich Ramses in eine Götterdarstellung gemogelt: zu ihm gehört das vierte Paar Beine bei den drei GötternDer kleine Tempel von Abu Simbel ist Ramses II und seiner Lieblingsfrau Nefertari gewidmet