Eine Tour nach Sevilla ist eine Reise durch die Zeitgeschichte. Von Ruinen aus der Zeit der Römer über maurische Paläste bis zu prächtigen Kirchen und Prachtbauten aus dem letzten Jahrhundert ist alles dabei. Am Reichtum der Kirchen sieht man noch heute, dass Gold und Silber aus der neuen Welt über Sevilla nach Spanien kam, denn ein Teil des Goldes ist in der Kathedrale und den zahlreichen anderen Kirchen geblieben. Die Stadt ist aber auch ein Genuss für Film- und Serienliebhaber: Szenen aus Game of Thrones, Star Wars, Knight and Day und vielen anderen Filmen wurden hier gedreht, und an den Drehorten fühlt man sich in eine andere Welt versetzt.

Plaza de España und Star Wars

Der halbkreisförmige Palast an der Plaza de España wurde zur iberoamerikanischen Ausstellung 1929 erstellt. Der Halbkreis öffnet sich nach Südwesten und soll Amerika „begrüßen“. Auf dem künstlichen Wasserlauf, der den Atlantik symbolisieren soll, kann man mit Rudebooten die Überfahrt feiern. In den Arkaden spazierten in Star Wars Episode 2 Anakin Skywalker und Padmé Amidala nach ihrer Ankunft auf dem Planeten Naboo.

Der zentrale Teil des Plaza de España
Der südliche Flügel
Zahlreiche Mosaike schnücken die Fassade
In dieser Einstellung sind Anakin und Padmé in Star Wars II zu sehen

Real Alcázar und die Wassergärten von Dorne

Der Königspalast Real Alcázar ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Er beruht auf einem Kern aus der maurischen Zeit, der von verschiedenen christlichen Königen erweitert wurde. Besondes sehenswert sind die Gärten der Anlage – sie dienten als Kulisse für die Wassergärten von Dorne in Game of Thrones (Staffel 5).

Der Eingang zum maurischen Palast
Einer der vielen Innenhöfe
Kunstvoll gestaltete Wände
Der Eingang des gotischen Palastes
Der Garten ist von einer begehbaren Mauer umgeben
Dieser Teil der Gärten diente als Drehort für die Gärten von Dorne (Game of Thrones Staffel 5)
Die Palastfassade von den Gärten aus gesehen – in dem gelben Gebäude auf der rechten Seite saß Doran Martell in Game of Thrones
Einer der zahlreichen Springbrunnen in den Gärten

Die Kathedrale und andere Kirchen

Die Kathedrale von Sevilla ist die größte gotische Kirche weltweit und eine der größten Kirchen überhaupt. Sie ist auch Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und beherbergt neben prachtvollen Altären das Grab von Christoph Kolumbus, der in Sevilla von den „katholischen Königen“ Isabella I. und Ferdinand II. mit der Erkundung des Seewegs nach Indien beauftragt wurde. In anderen Kirchen wie z.B. der Basílica de la Macarena werden im Altarraum Heiligenfiguren ausgestellt, die in der Karwoche, der „Semana Santa“, auf Plattformen in Prozessionen durch die Straßen getragen werden. Miniaturausführungen dieser Plattformen sind in der Iglesia de la Virgen de la Paz ausgestellt. Bemerkenswert sind die Nazarenos – die „Büßer“ sind in Kutten und Kapuzen in der Farben der jeweiligen Bruderschaft gekleidet.

Die Kathedrale mit dem markanten Turm, der Giralda
Ein Seitenaltar in der Kathedrale: Capilla de la Conception Grande
Der ovale Kapitelsaal
Das Grab von Christoph Kolumbus
Der Hauptaltar der Kathedrale
Der Altar der Iglesia del Savlador, einer der prächtigsten Barockkirchen Sevillas
Das Bildnis der Virgen de la Esperanza in der Basílica de la Macarena
Jesusfigur in der Capilla de San José
Miniaturdarstellung einer Prozessionsplattform mit den obligatorischen Nazarenos

Casa de Pilatos und Knight and Day

Die Altstadt weist noch andere Sehenswürdigkeiten auf, so zum Beispiel den Stadtpalast Casa de Pilatos. Hier sind maurische und gotische Stilelemente vermischt, außerdem ist der Palast reich geschmückt mit römischen und griechischen Statuen. Ein Teil des Films Knight and Day mit Tom Cruise und Cameron Diaz wurde im Casa de Pilatos gedreht – unvergesslich ist in diesem Film auch die Verfolgungsjagd mit Autos und Motorrad durch die Altstadt von Sevilla.

Der zentrale Innenhof des Casa de Pilatos
Griechisch anmutende Statuen schmücken den Stadtpalast
Der Film Knight and Day wurde teilweise im Casa de Pilatos gedreht

Weitere Highlights

Das Zentrum von Sevilla hat noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten, so z.B. den Torre del Oro, von dem aus früher nachts eine Eisenkette über den Fluss gespannt wurde, um das unbemerkte Eindringen von Schiffen zu verhindern. Ein ungewöhnlicher Hingucker ist der Metropol Parasol, den die Einheimischen Setas de Sevilla, also Pilze Sevillas nennen.

Der Torre del Oro soll in der Abendsonne golden leuchten – mit etwas Fantasie wird es wahr…
Der Metropol Parasol ähnelt eher einer Ansammlung von Pilzen als einem Sonnenschirm
Nachts bunt beleuchtet: Metropol Parasol
Das Christoph-Kolumbus-Denkmal in den Murillo-Gärten
An der Mauer des Real Alcázar im Vorzeige-Altstadtviertel Barrio de Santa Cruz
El balcón de Rosina – angeblich inspiriert von der Oper „Der Barbier von Sevilla“
Die Altstadt weist viele schmucke Häuser auf, hier an der Antigua Plaza del Pan
Immer präsent am Straßenrand: Orangenbäume

Römische Ruinen und Drachenarenen

Wenige Kilometer außerhalb von Sevilla befindet sich die römische Ausgrabungsstätte Itálica. Neben Ruinen von römischen Häusern mit sehenswerten Mosaiken sind hier die Überreste eines der größten Amphietheaters des römischen Reiches zu sehen. Dieses Amphietheater diente in Game of Thrones als historische Drachenarena, in der es in Staffel 7, Folge 7 zu einem Treffen zwischen Cercei Lennister und Daenerys Targaryen kommt.

Das Amphietheater von Itálica – auch bekannt als Drachenarena aus Game of Thrones
Die Arena bot bis zu 25.000 Zuschauern Platz
Viele Gänge sind noch intakt
Die Zimmerböden der römischen Häuser sind mit Mosaiken bedeckt
Das „Planetenmosaik“ stellt im Zentrum die Sonne dar, umkreist vom Mond und den fünf Planeten Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn – zusammen stehen sie für die sieben Tage der Woche
Die Statue des Kaisers Trajan steht auf einem Hügel: von hier aus hat er einen weiten Ausblick

Kulinarisches und Musikalisches

Das typische Essen in Sevilla ist eine Abfolge von Tapas. Neben den in ganz Spanien üblichen Tapas wie Schinken oder gefüllte Kroketten gibt es hier Spezialitäten wie geschmorte Schweinebäckchen oder mit Schinken und Käse gefüllte Kroketten. Als etwas Süßes zum Nachtisch oder zwischendurch sind Churros mit heißer Schokolade zu empfehlen. Auch trinkbare Spezialitäten gibt es reichlich, so zum Beispiel Orangenwein aus Sevilla oder Sherry aus dem nahen Sherry-Dreieck. Und natürlich ist der Flamenco aus Andalusien nicht wegzudenken – nicht jedermanns Sache, aber anschauen und anhören ist ein Muss!

Geschmorte Schweinebäckchen und gefüllte Kartoffeln – dazu Sherry und Sangria
Churros mit Schokolade, dazu Orangenwein, hier in der Bar El Comercio
Ein Schinken gehört auf jede Kneipentheke, hier in der Cervecería Giralda Bar
Sevilla wäre nicht komplett ohne eine Flamenco-Show
Sevilla: Zwischen Kirchen und Kinokulissen

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